Historische Vorlage – das Video darunter ist eine KI-Nachschöpfung, keine echte Filmaufnahme
Das Kreishaus in Siegburg (1907)
- Ort
- Siegburg – Kreishaus des Siegkreises
- Zeit
- 1907 (gebaut April 1906 bis 1907)
- Vorlage
- Fotografie, Abb. 5 „Kreishaus in Siegburg. Ausgeführter Entwurf“
- Herkunft
- Zentralblatt der Bauverwaltung vom 23. November 1907, Artikel „Das neue Kreishaus in Siegburg“ (S. 614); Architekt: Regierungsbaumeister Karl Moritz, Köln
- Bearbeitung
- Colorierung und Video mit KI; das Video ist eine KI-Nachschöpfung, keine echte Filmaufnahme
Text zum Posten
Das Kreishaus in Siegburg (1907): Fotografie, Abb. 5 „Kreishaus in Siegburg. Ausgeführter Entwurf“, 1907 (gebaut April 1906 bis 1907). Ort: Siegburg – Kreishaus des Siegkreises. Das alte Bild wurde mit KI coloriert und als kurzes Video zum Leben erweckt – das Video ist eine KI-Nachschöpfung, keine echte Filmaufnahme. Auf der Seite: erst die Originalvorlage, dann die Colorierung, dann das Video.
Quellen
- Herkunft der Vorlage: Zentralblatt der Bauverwaltung vom 23. November 1907, Artikel „Das neue Kreishaus in Siegburg“ (S. 614); Architekt: Regierungsbaumeister Karl Moritz, Köln
- Colorierung und Video: mit KI erzeugt, Auswahl und Bearbeitung: Frank Kemper
Der Originalartikel
Das neue Kreishaus in Siegburg
Zentralblatt der Bauverwaltung vom 23. November 1907, S. 614, Nichtamtlicher Teil (Schriftleiter: Otto Sarrazin und Friedrich Schultze)
Auf Grund eines engeren Wettbewerbs (Abb. 1) wurde Regierungsbaumeister Karl Moritz in Köln mit der Ausarbeitung der Pläne und der Leitung des Baues für das Kreishaus in Siegburg beauftragt. Im April 1906 wurde mit dem Neubau begonnen, der binnen Jahresfrist beendet war. Die Aufgabe umfaßte außer dem Bau des eigentlichen Landratsamtes die Umgestaltung des älteren Landratswohnhauses sowie den Bau einer Automobilhalle mit Werkstätte nebst kleiner Wohnung und die Herstellung der Umwehrung und der Gartenanlagen des großen Vorplatzes (Abb. 4). Der Bau ist so angelegt, daß im Bedarfsfalle ein Erweiterungsbau passend an das jetzt fertiggestellte Gebäude angeschlossen werden kann.
Das Hauptgebäude enthält im ersten Obergeschoß (Abb. 3) die Sitzungssäle für den Kreistag und den Kreisausschuß nebst Zubehör und die Kanzleien, während im Erdgeschoß (Abb. 2) die Kasse, die Räume für den Landrat und die Kreissekretäre sowie die Steuerbureaus untergebracht sind. Das teilweise ausgebaute Dachgeschoß enthält zwei Wohnungen für Kreisboten, das Untergeschoß die Heizanlage und Aktenräume. Das Gebäude lehnt sich mit einem Zwischenbau an das Dienstwohnhaus des Landrats derart an, daß dessen Amtszimmer mit seinen Wohnräumen in Verbindung steht (Abb. 2).
Die Fassaden sind über einem Bruchsteinsockel in Tuffstein und Lithinputz ausgeführt (Abb. 5). Ein großes Flachbild des preußischen Adlers zeichnet das Portal aus, das außerdem durch zwei schmiedeeiserne Kandelaber betront wird. Obwohl die Architektur im übrigen, dem Zweck des Baues entsprechend, einfach gehalten ist, bringt doch der Hauptbau mit den von großen, ruhigen Flächen eingerahmten Bogenfenstern des Erdgeschosses und den gruppenweise zusammengefaßten Fenstern der Säle im Obergeschoß einen monumentalen Zug in das Ganze. Das mit Schiefer gedeckte Dach fügt sich der bergischen Bauweise an.
Im Inneren bildet die große Eingangshalle mit dem Haupttreppenhaus den Mittelpunkt der Anlage; architektonisch ausgebildet sind im übrigen nur die oberen Säle und das Zimmer des Landrats (Abb. 6 bis 8). Den Hauptschmuck des großen Sitzungssaals bilden drei farbige Glasfenster, die nach Entwürfen des Münchener Malers Karl Rickelt ausgeführt werden, ferner ein Bild des Kaisers Wilhelm II. und ein Gemälde von der Enthüllung des Nationaldenkmals auf dem Niederwald. Diesen besonderen Schmuck verdankt das Haus den Stiftungen einiger kreiseingesessenen Herren.
Der Vorplatz vor dem Gebäude ist, ebenfalls nach den Entwürfen des Architekten, in strengen, einfachen Formen gehalten; wuchtige Steinkandelaber heben die Ecken des großen Mittelbeetes hervor. Die Kosten des ganzen Baues einschließlich der inneren Einrichtung und der Gartenanlagen betragen rund 200 000 Mark.
Text unverändert in der Schreibweise von 1907; nur Lesefehler der Texterkennung nach dem Scan berichtigt.