Vorwort
Vor Jahren sammelte ich das Material zur Geschichte und Beschreibung der vorzüglichsten Nebenthäler des Mittel- und Niederrheins. Als Frucht dieser Studien erschienen bei T. Habicht in Bonn: „Das Ahrthal” (2. Aufl.) und „Godesberg, das Siebengebirge und ihre Umgebungen” (2. Aufl. 1864).
Dem Wunsche des Herrn Verlegers, auch einen Führer durch das Siegthal zu schreiben, entsprach ich gern, da das Material längst gesammelt war und die auf das Siegthal bezüglichen Arbeiten eines Dr. von Mering, eines Vincenz von Zuccealmaglio (Montanus), eines August Horn und Äg. Müller mir meine Arbeit wesentlich erleichterten, wenn ich auch, wo es nur immer möglich, direkt aus den Quellen schöpfte und nach eigner Anschauung schilderte.
Mit besonderer Vorliebe behandelte ich den geschichtlichen Theil meiner Arbeit; musste mich aber auf das Wesentlichste beschränken, weil ich sonst eine Geschichte der vielen Dynastien und edlen Geschlechter hätte schreiben müssen, deren Geschichte mit der des Siegthals in engster Beziehung und Verbindung steht. Dem Zwecke der Arbeit entsprechend, durft’ ich nicht zu ausführlich werden, sah ich mich genöthigt, in allgemein geschichtlicher, wie in kulturgeschichtlicher und naturhistorischer Beziehung nur die Hauptmomente im Zusammenhange zu berücksichtigen. In wie weit mir dies gelungen, mögen Andere beurtheilen.
Meine Hauptquellen waren:
Günther, W., Codex diplomaticus Rheno-Mosellanus. 5 vol. 8°. Cobl. 1822 -26.
Dr. Theod. Jos. Lacomblet, Königl. Preuss. Archivrath und Bibliothekar, Urkundenbuch für die Geschichte d. Niederrheins u. s. w. III Bände. 4°. Düsseldorf 1840 – 1853.
Dr. Leon. Ennen, Archivar der Stadt Köln und Dr. Gottfr. Eckertz, Oberlehrer am Friedr. Wilhelms-Gymnasium zu Köln. Quellen zur Geschichte der Stadt Köln. Band I und II. 8°. Köln 1860 und 1863.
Dr. Leon. Ennen, Stadt-Archivar, Geschichte der Stadt Köln. I. u. II. Band. 8°. 1864.
C. F. Kremer, Akademische Beiträge zur Jülich-Bergischen Geschichte. III Bde. 4°. 1769 -1776.
Gasp. Jongoelini, Notitia Abbatiarum Ord. Cistertiensis. Col. 1640. fol. Arnoldi, Geschichte der oranien-nassauischen Länder und ihrer Regenten. III Bände. Hadamar 1799.
Professor Dr. Th. Schliephake, Geschichte von Nassau von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart, auf der Grundlage urkundlicher Quellenforschung. I. Band. 1864.
Schenk, Statistik des Kreises Siegen. Siegen bei Vorländer 1839.
Die Berichte der Sieger Handelskammer. 1862-1864
Die übrigen von mir benutzten Hülfsmittel sind grösstentheils unter dem Texte angeführt. Allenthalben im Siegthale fand ich freundliches Entgegenkommen und jede gewünschte Aufklärung. Zu ganz besonderm Danke fühl’ ich mich aber verpflichtet den Herren, Freiherrn von Huene, Herrn Bürgermeister Brambach in Siegburg, Herrn Bürgermeister Strunck in der Warth, Herrn Bürgermeister Garenfeld in Rosbach, Herrn Dr. Med. Meyer in Eitorf und Herrn Landrath Danzier, so wie meinem werthen Collegen, Herrn Dr. Schmick, Oberlehrer der Real-Schule I. Ordnung in Köln, für die freundliche Bereitwilligkeit, mit welcher sie mich durch Beiträge und Aufklärungen der manchfachsten Art in meiner Arbeit unterstützten.
In Bezug auf die Anlage der Köln(Deutz)-Giessener Eisenbahn hab’ ich noch nachzuholen, dass die ersten Aufnahmen, Vermessungen und Projecte der Bahnstrecke von Deutz nach Wetzlar das Werk des Herrn Leopold, Betriebs-Direktor der Köln-Mindener Bahn sind, welcher die Ergebnisse seiner umfassenden, eben so fleissigen als gründlichen und durchaus sachkundigen Arbeit in einer, im November 1853 in Köln erschienenen, „Denkschrift zur Begründung einer Köln(Deutz)-Giessener Eisenbahn mit Zweigbahn von Betzdorf nach Siegen” niedergelegt hat. Ehre dem Ehre gebührt!
Mit dem Wunsche, dass mein Führer durch das Siegthal und seine vorzüglichsten Seitenthäler vielen Freunden der schönen Natur und der Geschichte der Heimath ein willkommner, belehrender und unterhaltender Begleiter werde, und recht, recht Viele zum Besuche des an Naturreizen so überreichen, was den in demselben so segensreich blühenden Gewerbfleiss angeht, so höchst interessanten Thales veranlasse, übergeb’ ich mein Werkchen dem Publikum, und schmeichle mir, geneigte, nachsichtige Leser zu finden.
In den ersten Bogen haben sich leider! einige sinnentstellende Druckfehler eingeschlichen, welche ich meine freundlichen Leser nach der Angabe zu verbessern bitte.
Köln, 1. Mai 1865.
E. W.