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Der Praxiskommentar GG · 174 von 176

Art. 143g GG

Wortlaut
Für die Regelung der Steuerertragsverteilung, des Länderfinanzausgleichs und der Bundesergänzungszuweisungen bis zum 31. Dezember 2019 ist Artikel 107 in seiner bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017 geltenden Fassung weiter anzuwenden.

Abschnitt des Gesetzes: Übergangs- und Schlußbestimmungen.

Grundlage: 3 Entscheidungen des Bestands nennen diese Norm, 1 wurden ausgewählt, 1 haben einen Rechtssatz zu ihr beigetragen. Zeitraum 2018–2018. Bestand: Abzug vom 28.09.2026. Zitierweise: Art. 143g GG Rn. …

Die Norm in Zahlen

Gemessen über den ganzen Bestand von 665.246 Entscheidungen, nicht über die Auswahl dieser Kommentierung.

Messwert Befund
Verbreitung 3 von 665.246 Entscheidungen des Bestands nennen Art. 143g GG — 0,00 %
Nennungen 3 insgesamt, also 1,0 je Entscheidung
Gerichte 1 verschiedene Gerichte haben die Norm angewandt
Zeitraum 2018 bis 2018
Verlauf 2018–2018 █ — 3 Entscheidungen je Jahr.
Instanzen BVerfG/EuGH: 3 (100 %)

Inhaltsübersicht

  • A. Allgemeines — Rn. 1
    • I. Normzweck und Bedeutung — Rn. 1
      1. Entwicklung der Rechtsprechung — Rn. 2
      1. Systematische Stellung — Rn. 3
  • B. Begriffe des Wortlauts — Rn. 4
    • Regelung — Rn. 5
    • Steuerertragsverteilung — Rn. 6
    • Länderfinanzausgleichs — Rn. 7
    • Bundesergänzungszuweisungen — Rn. 8
    • Dezember — Rn. 9
    • Inkrafttreten — Rn. 10
    • Gesetzes — Rn. 11
    • Änderung — Rn. 12
    • Grundgesetzes — Rn. 13
    • geltenden — Rn. 14
    • Fassung — Rn. 15
    • anzuwenden — Rn. 16
  • C. Art. 143g GG — Rn. 18
    • I. Tatbestand — Rn. 19
      1. Rechtsfolgen — Rn. 20
      1. Verfahren und Zuständigkeit — Rn. 21
      1. Konkurrenzen und Verhältnis zu anderen Normen — Rn. 22
    • V. Streitstand und offene Fragen — Rn. 23

A. Allgemeines

I. Normzweck und Bedeutung

1 Art. 143g GG ist nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts eine zeitliche Überleitungsnorm, die für die Regelung der Steuerertragsverteilung, des Länderfinanzausgleichs und der Bundesergänzungszuweisungen bis zum 31. Dezember 2019 die bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017 geltende Fassung des Art. 107 GG aufrechterhält und damit das bisherige Verteilungsregime einschließlich seiner tatbestandlichen Anknüpfungen verlängert [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Auf dieser Grundlage ermächtigt Art. 107 Abs. 1 Satz 4 2. Halbsatz GG in der alten Fassung den Gesetzgeber noch bis zu diesem Stichtag, vom Anteil der Ländergesamtheit an der Umsatzsteuer bis zu einem Viertel als Ergänzungsanteile für Länder mit unterdurchschnittlichen Einnahmen je Einwohner vorzusehen (Umsatzsteuervorwegausgleich) [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Für diese Übergangszeit bleiben die Merkmale des Art. 107 GG a.F. maßgeblich, namentlich die ausdrückliche Anknüpfung der Umsatzsteuerverteilung und des Umsatzsteuervorwegausgleichs an die Einwohnerzahl der Länder; daraus folgt, dass die Norm eine realitätsnahe Ermittlung der Einwohnerzahl voraussetzt [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

II. Entwicklung der Rechtsprechung

2 Die aus dem Material ersichtliche Linie beginnt mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19. September 2018 [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. In dieser Entscheidung wird Art. 143g GG erstmals als zeitliche Überleitungsnorm qualifiziert, die den Fortbestand des Art. 107 GG in der Fassung vor der Grundgesetzänderung vom 13. Juli 2017 anordnet; das Gericht knüpft dabei an die Rechtsprechung zu Art. 107 Abs. 1 GG an, ohne dass zu Art. 143g GG selbst eine weitergehende Anknüpfung oder Abweichung ersichtlich wäre [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Weitere Entscheidungen, die diese Linie bestätigen oder verschieben, enthält das Material nicht.

III. Systematische Stellung

3 Art. 143g GG ist systematisch mit Art. 107 GG in dessen bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017 geltenden Fassung verbunden; beide Normen werden für die Steuerertragsverteilung, den Länderfinanzausgleich und die Bundesergänzungszuweisungen gemeinsam angewandt [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Innerhalb des Art. 107 GG a.F. kommt dabei Art. 107 Abs. 1 Satz 4 2. Halbsatz GG besondere Bedeutung zu, der auf Grundlage des Art. 143g GG noch bis zum 31. Dezember 2019 zum Umsatzsteuervorwegausgleich ermächtigt [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Von der Neufassung des Art. 107 GG durch das Gesetz vom 13. Juli 2017 ist Art. 143g GG als vorgehende Übergangsbestimmung abzugrenzen, die das alte Verteilungsregime befristet fortgelten lässt [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

B. Begriffe des Wortlauts

4 Die Begriffe in der Reihenfolge des Wortlauts. Belegt aus 37 Stellen, davon 26 aus anderen Normen des GG — dort steht im Satz, woher die Auslegung stammt.

Regelung

5 Die Regelung der Steuerertragsverteilung, des Länderfinanzausgleichs und der Bundesergänzungszuweisungen ist der Regelungsgegenstand, für den Art. 143g GG die bis zum 13. Juli 2017 geltende Fassung des Art. 107 GG weiter für anwendbar erklärt [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

Steuerertragsverteilung

6 Steuerertragsverteilung ist einer der drei Regelungsgegenstände, für die Art. 143g GG die bis zum Inkrafttreten des Änderungsgesetzes vom 13. Juli 2017 geltende Fassung des Art. 107 GG bis zum 31. Dezember 2019 weiter anwendbar hält [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

Länderfinanzausgleichs

7 Der Länderfinanzausgleich ist ein von Art. 143g GG erfasster Regelungsgegenstand; für ihn bleibt die bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017 geltende Fassung des Art. 107 GG bis zum 31. Dezember 2019 maßgeblich [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

Bundesergänzungszuweisungen

8 Bundesergänzungszuweisungen zählen zu den Regelungsgegenständen, für die Art. 107 GG in seiner bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017 geltenden Fassung bis zum 31. Dezember 2019 weiter anzuwenden ist [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

Dezember

9 Der 31. Dezember 2019 markiert das zeitliche Ende der Übergangsregelung; bis zu diesem Zeitpunkt bleibt die bis zum Inkrafttreten des Änderungsgesetzes vom 13. Juli 2017 geltende Fassung des Art. 107 GG für die genannten Regelungsgegenstände maßgeblich [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

Inkrafttreten

10 Inkrafttreten bezeichnet den maßgeblichen Zeitpunkt des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017; die bis zu diesem Zeitpunkt geltende Fassung des Art. 107 GG wird durch Art. 143g GG für die genannten Regelungsgegenstände weiter für anwendbar erklärt [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Auch im Zusammenhang mit Art. 143d GG wird das Inkrafttreten als zeitlicher Anknüpfungspunkt für das Wirksamwerden der grundgesetzlichen Schuldenbremse verstanden [OVG Rheinland-Pfalz, 25.09.2024 – 2 A 11745/17.OVG].

Gesetzes

11 Das Gesetz im Sinne des Art. 143g GG ist das Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017; dessen Inkrafttreten bestimmt die Fassung des Art. 107 GG, die für die Übergangszeit weiter anzuwenden ist [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

Änderung

12 Die Änderung bezieht sich auf das Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017; sie markiert den zeitlichen Einschnitt, ab dem die neue Fassung des Art. 107 GG gilt, während die alte Fassung nach Art. 143g GG für die genannten Regelungsgegenstände übergangsweise weiter anzuwenden ist [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

Grundgesetzes

13 Das Grundgesetz ist der Normbestand, dessen Art. 107 durch das Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017 geändert wurde; Art. 143g GG hält die bis zu diesem Inkrafttreten geltende Fassung des Art. 107 GG für die genannten Regelungsgegenstände bis zum 31. Dezember 2019 weiter anwendbar [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

geltenden

14 Die geltende Fassung ist die bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017 maßgebliche Fassung des Art. 107 GG; sie wird durch Art. 143g GG für die Regelung der Steuerertragsverteilung, des Länderfinanzausgleichs und der Bundesergänzungszuweisungen bis zum 31. Dezember 2019 weiter für anwendbar erklärt [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

Fassung

15 Die Fassung des Art. 107 GG in ihrer bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017 geltenden Form ist der Bezugspunkt der Übergangsregelung; sie bleibt für Steuerertragsverteilung, Länderfinanzausgleich und Bundesergänzungszuweisungen bis zum 31. Dezember 2019 maßgeblich [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

anzuwenden

16 Art. 143g GG ordnet an, dass Art. 107 GG in seiner bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017 geltenden Fassung für die genannten Regelungsgegenstände bis zum 31. Dezember 2019 weiter anzuwenden ist [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Anzuwenden bezeichnet die fortdauernde Verbindlichkeit dieser Fassung für die Steuerertragsverteilung, den Länderfinanzausgleich und die Bundesergänzungszuweisungen in der Übergangszeit [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

17 Zu diesen Wörtern des Wortlauts findet der Bestand Stellen, die sie nur verwenden und nicht bestimmen: Juli.

C. Art. 143g GG

18 1 herangezogene Entscheidungen, davon 1 des Bundesverfassungsgerichts oder des EuGH (Rang 1).

I. Tatbestand

19 Art. 143g GG hält die bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes vom 13. Juli 2017 geltende Fassung des Art. 107 GG für die Regelung der Steuerertragsverteilung, des Länderfinanzausgleichs und der Bundesergänzungszuweisungen bis zum 31. Dezember 2019 aufrecht; auf dieser Grundlage ermächtigt Art. 107 Abs. 1 Satz 4 2. Halbsatz GG den Gesetzgeber noch bis zum 31. Dezember 2019, vom Anteil der Ländergesamtheit an der Umsatzsteuer bis zu einem Viertel als Ergänzungsanteile für Länder mit unterdurchschnittlichen Einnahmen je Einwohner vorzusehen (Umsatzsteuervorwegausgleich) [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Die Vorschrift ist als zeitliche Überleitungsnorm zu verstehen, die den Fortbestand des Art. 107 GG in der Fassung vor der Grundgesetzänderung vom 13. Juli 2017 anordnet und damit das bis dahin geltende Verteilungsregime einschließlich seiner tatbestandlichen Anknüpfungen verlängert; äußerste Grenze ist der 31. Dezember 2019 [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Für diese Übergangszeit bleiben die Merkmale des Art. 107 GG a.F. maßgeblich, namentlich die ausdrückliche Anknüpfung der Umsatzsteuerverteilung und des Umsatzsteuervorwegausgleichs an die Einwohnerzahl der Länder [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

II. Rechtsfolgen

20 Die Vorschrift verlängert das Verteilungsregime des Art. 107 GG a.F. einschließlich seiner tatbestandlichen Anknüpfungen für die Übergangszeit [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Aus der Anknüpfung an die Einwohnerzahl folgt, dass die Norm eine realitätsnahe Ermittlung der Einwohnerzahl voraussetzt [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Der Gesetzgeber bleibt ermächtigt, den Umsatzsteuervorwegausgleich nach Art. 107 Abs. 1 Satz 4 2. Halbsatz GG a.F. bis zum 31. Dezember 2019 vorzusehen [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

III. Verfahren und Zuständigkeit

21 Das herangezogene Material enthält hierzu keine Aussage.

IV. Konkurrenzen und Verhältnis zu anderen Normen

22 Art. 143g GG entfaltet seine Wirkung im Zusammenspiel mit Art. 107 GG in der bis zum Inkrafttreten der Grundgesetzänderung vom 13. Juli 2017 geltenden Fassung; die Ermächtigung zum Umsatzsteuervorwegausgleich beruht dabei auf Art. 107 Abs. 1 Satz 4 2. Halbsatz GG a.F. [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Das Gericht knüpft an seine Rechtsprechung zu Art. 107 Abs. 1 GG an [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15]. Eine weitergehende Anknüpfung oder Abweichung hinsichtlich Art. 143g GG ist im Material nicht ersichtlich [BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15].

V. Streitstand und offene Fragen

23 Das herangezogene Material enthält lediglich eine Entscheidung; ein Widerspruch zwischen Entscheidungen ist nicht ersichtlich. Offene Fragen werden nicht ausgewiesen.

Zur Kommentierung herangezogene Entscheidungen

Diese Entscheidungen tragen die Kommentierung; sie sind ihr vollständiger Quellenbestand. Geordnet nach Rang des Gerichts (1 = BVerfG und EuGH, 2 = Bundesgerichte und Landesverfassungsgerichte, 3 und 4 = Ober- und Instanzgerichte), darin nach Datum.

  • BVerfG, 19.09.2018 – 2 BvF 1/15, 2 BvF 2/15 · Rang 1

Der Praxiskommentar GG
Maschinell erzeugt mit KI aus 665.246 Gerichtsentscheidungen · Verfahren und Herausgabe: Frank Kemper · nicht redigiert, keine Rechtsberatung

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