Zu dieser Ausgabe
Spielbähn hieß eigentlich Bernard Rembold. Er wurde um 1689 in Eschmar bei Siegburg geboren, zog als frommer Bote und Geigenspieler durch die Dörfer zwischen Köln und Honnef und starb 1783 in Köln. Seine Weissagungen lebten im Volk weiter, und lange galt er als der „rheinische Nostradamus“. Wilhelm Schrattenholz (1815–1898) stammte aus Birlinghoven und war Lehrer, Dichter und Komponist. Er gab die Weissagungen 1846 zum ersten Mal heraus, nach einer alten Handschrift, die er nach eigener Aussage 1840 erworben hatte. Dieser Text folgt der vierten, „ganz umgearbeiteten“ Auflage, die 1848 bei T. Habicht in Bonn erschien. Darin stehen Schrattenholz’ Lebensbeschreibung Spielbähns, die „Beweise“ für dessen Sehergabe, 122 Verse über Siegburg, Heisterbach, das Bergische Land und Köln und Schrattenholz’ Erläuterungen dazu. Er schrieb sie im Revolutionsjahr 1848, gleich nach dem Ende der Zensur; darin geht es auch um Nachdruck und Pressefreiheit, Dampfschiffe, Eisenbahnen und die Kartoffelfäule. Der Text ist gemeinfrei.
Frank Kemper hat das Buch 2022 aus der Frakturschrift in heutige Schrift übertragen. Der Text folgt dem Original, auch in Rechtschreibung und Zeichensetzung von 1848. Schrattenholz’ Fußnoten stehen in eckigen Klammern an der Stelle, zu der sie gehören. Lücken und Auslassungen des Originals (etwa „verlöscht“ in Vers 76 oder die abgekürzten Namen) bleiben so stehen, ebenso der fehlende Vers 82. Für diese Ausgabe wurde der Text 2026 noch einmal mit Hilfe von KI auf Lesefehler der Übertragung durchgesehen und Wort für Wort mit einer zweiten Texterkennung des Drucks verglichen, zum Beispiel „Walsenkindern“ statt „Waisenkindern“. Jede Änderung wurde am Scan des Originals geprüft. Alte Schreibweisen blieben stehen.
Dies ist ein historischer Text, der nicht verändert wurde, um seine Authentizität nicht zu gefährden.
Das Titelbild ist der Holzschnitt vom Titelblatt der Ausgabe von 1848. Er zeigt Spielbähn mit seiner Geige vor dem Siegberg mit der Abtei. Schrattenholz nennt ihn „en miniature Spielbähns-Bildniß“; an ihm sollte man die echten Exemplare erkennen. Der Scan des Originals stammt von der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln.
Diese Ausgabe ist frei: Sie darf ohne Einschränkung gelesen, weitergegeben, gedruckt und bearbeitet werden. Online lesen und herunterladen: share.frank-kemper.com